
(Aktuell in der Umsetzung)
Fließendes Licht statt starrem Beton Die Realität einer Autobahnunterführung diktiert strenge planerische und sicherheitstechnische Grenzen: extreme Windlasten, die ständige Zugänglichkeit für Brückenprüfungen und die absolute Notwendigkeit, den fließenden Verkehr nicht zu gefährden. Anstatt gegen diese massiven Einschränkungen der autogerechten Infrastruktur mit schweren skulpturalen Bauten anzukämpfen, wählt das Konzept eine immaterielle, hochflexible Herangehensweise: Eine großflächige, „reine“ Lichtinstallation. Durch geschickt angeordnete, fernwirksame Lichtelemente wird der Eindruck von seicht fließendem Wasser erzeugt, das eine Atmosphäre der Ruhe und Harmonie unter den Asphalt bringt.

Ein Kommentar zum Wandel der Mobilität Wer im morgendlichen Stau unter der massiven Autobahn steht und die leuchtenden Worte „Panta rhei“ (Alles fließt) liest, mag dies im ersten Moment als bittere Ironie empfinden. Doch Heraklits über 2.500 Jahre alter Gedanke ist hier als ermutigende Einladung zur Perspektivübernahme gedacht – und als direkter Kommentar zur Mobilitätswende.
Die fließenden Lichtwellen erinnern an den Haarbach, der diesem Aachener Stadtteil einst seinen Namen gab, bevor er der Verkehrsplanung weichen musste und überbaut wurde. Dass heute über seine Renaturierung diskutiert wird, zeigt: Nichts bleibt für immer gleich. Die autozentrierte Stadtplanung der Vergangenheit ist kein unumstößliches Naturgesetz. Die Installation stellt der darüberliegenden, grauen „Lebensader Autobahn“ die natürliche Kraft des fließenden Wassers entgegen. Sie erinnert uns daran, dass Veränderung – sei es in der Stadtentwicklung, in der Art, wie wir uns fortbewegen, oder im Auflösen eines alltäglichen Staus – nicht nur Unsicherheit bedeutet, sondern die stetige Chance auf einen Wandel zum Besseren. So wird der Transitraum für einen Moment zum Reflexionsraum über die Zukunft unserer städtischen Mobilität.

In Umsetzung nach Wettbewerb Für die über 1.000 Quadratmeter große Autobahnunterführung am Kaninsberg in Aachen-Haaren setzten sich Jungblut & Herrmann erfolgreich in einer Ausschreibung der Stadt Aachen durch. Das aktuell in der Umsetzung befindliche Projekt vereint inhaltliche Fragen zu, mit den hochkomplexen technischen Anforderungen moderner Verkehrsinfrastruktur.
Auftraggeberin: Stadt Aachen (aus Mitteln eines ISEK)